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Wien, am 14. September 2010
Hugo
Fritsch sprach Gedenkworte in Eger / Cheb für die Ziviltoten von 1945
Utl.: In der Ausstellung wird nur von den Kriegstoten berichtet
Die 473 Zivilisten sind die Gebeine einzelner Zivilisten, die einem
bestimmten Namen zugeordnet werden konnten und in den sogenannten
Einzelgräbern begraben sind. Einzelgrab ist vor dem Kreuz vier Gräber ,
hinter dem Kreuz vier Gräber , vorne vier Namen, hinten vier Namen.
Bei den Einzelgräbern müssen etwa 440 Tote Zivilisten aus Lesany
sein. Das Kreuz des Vaters von Hugo Fritsch enthält die anderen drei
Namen seiner Familie aus Lesany.
Lediglich gibt es die großen drei Granitsäulen auf denen all die Orte
genannt werden, wo die Toten , die hier bestattet sind, exhumiert
wurden.
Hugo Fritsch aus Brünn verlor auf der Flucht seine Familie durch Tod.
Als 12-Jähriger schlug er sich durch – in seinem Buch „Hugo – das
Delegationskind“ berichtet er darüber.
Er sprach Gedenkworte für die Ziviltoten – die mit den Soldaten in Eger
am Stadtfriedhof bestattet wurden und am 11. Sept. 2010 in einer großen
Gedenkfeier eingeweiht wurden. Hugo Fritsch sprach tschechisch und
deutsch:
„Ich bin einer der letzten noch lebenden Angehörigen von insgesamt vier
hier begrabenen Toten.
Als Zeitzeuge bedanke ich mich im Namen meiner Eltern, meines Bruders
und meiner Großmutter. Auch denke ich an alle
hier Begrabenen, die nicht dem deutschen Militär angehört haben
und in den Wirren der Nachkriegszeit durch Flucht und Vertreibung ums
Leben gekommen sind. Ich möchte mich bei der Tschechischen Regierung,
bei der Deutschen Bundesregierung, bei dem ehemaligen und heutigen
Außenminister Schwarzenberg und ehemaligen Außenminister Steinmaier, bei
der Deutschen Kriegsgräberfürsorge mit Ihrem VdK-Präsidenten Herrn
Reinhard Führer, bei den beiden Bürgermeistern von Eger, Herrn Jan
Svoboda und Michal Pospišil, sowie dem gesamten Stadtrat von Eger und
allen freiwilligen Helfern bedanken. Sie haben diese würdige Grabanlage
für die toten Soldaten und Zivilisten geschaffen.
Nach einer oft jahrelangen Odyssee haben die in West- und Nordböhmen
exhumierten Gebeine hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Dieses
Mahnmal, das in humanitärer Weise errichtet wurde, soll zur Versöhnung
beider Völker beitragen.
Requiescat in pace.
Lasst mich mit dem Vierteiler eines lyrischen Gedichtbandes meines hier
begrabenen Vaters, den er im Jahre 1940 in Brünn veröffentlicht hat,
schließen:
„Von uns ist Euer Leib gegangen,
Den Weg den alles Ird`sche geht,
Doch Eure Lieb, die wir empfangen.
In uns für Euch stets weiter lebt.“
Tschechisch:
„Jsem poslední žijící člen rodiny z níž jsou zde čtyři členové pohřbeni.
Jako pamětník děkuji jménem mých rodičů, bratra a babičky.
Myslím* také na všechny zde pohřbené, kteří nebyli německými vojáky a v
bouřlivé poválečné době přišli o život při útěku a vyhnání.
Chtěl bych poděkovat české vládě, německé spolkové vládě, bývalým
ministrům zahraničí Schwarzenbergovi a Steinmeierovi, německé péči o
válečné hroby a panu prezidentu válečných poškozenců Führerovi. Děkuji
oběma starostům Chebu, panu Janu Svobodovi a Michalu Pospíšilovi, jakož
i celé městské radě Chebu a Všem dobrovolnym pomocnčkům. Oni se
postarali o vytvoření důstojného místa odpočinku vojáků a civilistů.
Po často mnohaleté odyssei zde našly místo posledního spočinutí ostatky
exhumované v západních a severních Čechách. Památník zřízený jako
humanitární akt má přispět ke smíření obou národů.
Requiescat in pace.
Dovolte mi zakončit slovy z lyrické sbírky, kterou můj, zde pohřbený
otec vydal v roce 1940 v Brně:
Od nàs odešlo Vaše tělo,
na cestu kterým jde vše pozemské,
Však Vaše láska, kterou jsme přijali.
V nás pro Vás žije dál.“
Nach seiner Ansprache hat ihn das tschechische Fernsehen weggeholt und
erstaunt gefragt "sind hier auch Zivilisten begraben?" Die Auskunft hat
er dann vor dem Grabe seines Vaters gegeben. Nach der Veranstaltung
haben ihn wildfremde Menschen die Hände gedrückt, haben sich bedankt (
auch unter Tränen ) dass er die toten Zivilisten angesprochen hat.
Die Ausstellung berichtet über die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge für
die toten Soldaten. Dass es hier auch viele Zivilisten unter den 5600
Kriegstoten gibt und dies nicht angesprochen wird
– ist sicher nicht in Ordnung! |