aus "Sagen und Gedichten aus dem  Kreise Aussig" von Dr. Franz Wünsch

Vom Bau des Dubitzer Kirchleins

Wenn man auf einem der schmucken Elbdarnpfer am Dubitzer Kirchel vorüberfährt oder von oben herab den herrlichen Blick über die EIbelandschaft genießt, so fragt man sich ganz unwillkürlich, welchen Umständen dieses Juwel unserer Heimat wohl seine Entstehung verdankt. Der Geschichtsforscher Karl Jahnel vermutet mit Recht, daß das KirchIein von den Rittern Kautsch um das Jahr 1590 erbaut wurde. Die Sage schmückt die Errichtung in folgender Weise aus :
Urheber unbekannt Als die Herren von Dubitz ein KirchIein errichten wollten, bestimmten sie als Bauplatz eine Wiese an der Praskowitzer Straße. Dort begannen auch die Arbeiter den Grund Zu graben. Bausteine, Sand und Kalk wurden dahin geschafft. Als sie jedoch eines Tages mit dem Mauern beginnen wollten, bemerkten sie frühmorgens zu ihrem Erstaunen, daß das ganze Baumaterial zusammen mit allen Werkzeugen verschwunden war. Ratlos schauten sie sich um. Es war nichts davon zu sehen. Erst nach langem Suchen fanden sie die Sachen auf dem heutigen Kirchberge. Mit vieler Mühe führten sie alles auf den ursprünglichen Platz zurück und setzten die Arbeit fort.
In der folgenden Nacht wiederholte sich der geheimnisvolle Vorgang zum maßlosen Erstaunen der Leute. Abermals mußten sie die schweren Lasten auf dem Rücken oder auf Karren zu Tal schaffen.
Inder dritten Nacht hielt Ein Arbeiter Wache. Er versteckte sich in der Nähe und sah nun, wie sich
in langem Zuge ein ganzes Heer kleiner Zwerge mit den gewichtigen Balken und Steinen abmühte.
Bei Tagesgrauen hatten sie die Arbeit wieder geschafft. Als nun die Bauherren Kunde von dem
nächtlichen Geschehen erhielten, war ihnen klar, daß sie den Willen der Zwerge nicht ferner mißachten dürften. Sie fügten sich daher und bauten die Kirche dort, wo sie noch heute steht.
Foto: Brigitta Gottmann, Lüdenscheid
An der Straße nach Praskowitz ließen sie ein Kreuz zur Erinnerung an den ersten Bauplatz aufstellen, das ebenfalls noch heutigentages zu sehen ist.
Foto Brigitta Gottmam, Lüdenscheid

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