Groß-Kaudern. |
Die
katholische Gemeinde Groß-Kaudern zählt mit dem Dorfe Groß-Kaudern, der Schäferei, der
kleinen Schäferei und Neu-Gatschken in 79 Häusern, 715 Einwohner. Eisenbahnstation und
Post sind in Aussig, Pfarre in
Seesitz,
Schule in Seesitz und Aussig. Das Dorf Groß-Kaudern war in alter Zeit Sitz einer kleinen
Herrschaft. Schon 1348 wird hier ein Hof erwähnt. In der Zeit von 1429 bis 1457 ein
Johann Scheslak und dann sein Sohn gleichen Namens bis etwa 1482 als Grundherr genannt. Um
das Jahr 1527 kaufte Johann von Lungwitz zugleich mit Schöbritz auch das Gut
Groß-Kaudern. Um das Jahr 1569 heiratete dann eine Enkelin von ihm, Margarete von
Lungwitz auf Groß-Kaudern, den Wolf Soldau von Steinbach auf
Schöbritz und seit dieser
Zeit blieb Groß-Kaudern bei der Herrschaft
Schöbritz.
Der Meierhof mit dem Rittersitz lag neben den bekannten Gasthaus "Zum
grünen Baum" an der Straße nach Postitz.
Die Meierhofsgebäude und Felder wurden im Jahre 1794 in Erbpacht verkauft.
Zum Meierhofe in Groß-Kaudern gehörte auch die Schäferei unterhalb des
Ortes. Die besten Felder und Wiesen gehörten ehemals zum Meierhofe,
die weniger günstig gelegenen bergigen Grundflächen waren an Bauern
vergeben. So weist auch Groß-Kaudern an der obigen Seite Hufenland auf.
1654 hatte der Ort nur 10 Häuser (5 Bauern, 5 Kleinbauern). Unterhalb
des Dorfes gegen die "Schäferei" zu lag ehemals ein ziemlich großer
Teich, der aber schon lange trockengelegt ist. |
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Das Bett des kleinen Bächleins, das von Klein-Kaudern
und aus dem sogenannten Kaudener Grunde kommt, ist unterhalb des Dorfes ein uralter
künstlicher Wassergraben, der sich stellenweise schon ein tiefes Bett in den Berghang
eingegraben hat. |
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Neben den kleinen Ortsteiche beim Spritzenhause steht eine Mariensäule
aus dem Jahre 1702, die jetzt leider im oberen Teile zerbrochen ist. Bemerkenswert ist die
alte Dorflinde, in der ehemals das Dorfglöcklein hing. An der Straße gegen Seesitz zu
steht das sogenannte Zankkreuz (1793), an das sich die sage zweier Brüder knüpft, die
wegen eines Grundstückes einen Zweikampf ausfechten wollten, sich aber
schließlich
versöhnten und das Grundstück der Seesitzer Kirche schenkten. Unweit davon die
Haderkoppe, 400 m. |
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Beachtung verdienen zwei schön gearbeitete Steinkreuze bei der
"Schäferei", Werke des Karbitzer Steinbildhauer Jenatsch.
Dr. Franz Josef Umlauft, Aussig |
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