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Hilfsverein Aussig e. V. München |
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Leserbriefe |
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Eine positive Meinung zur Rede von Herrn Primator Gandalovič am 31. Juli 2005 auf der Brücke. |
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Aus dem Aussig Boten, Feber 2006. |
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Ich gehöre sicherlich zu der „jüngeren" Generation der
(noch) deutschen Aussiger, wenn man sich mit 67 Jahren noch als jünger
bezeichnen kann. Ich bin zwar in Aussig geboren und 1944 eingeschult worden,
bevor uns die Tschechen in offenen Güterwagen über die Grenze abgeschoben
haben. Vielleicht betrachte ich aus genau diesem Blickwinkel einige Dinge
anders, als das Landsleute tun, die schon einen festen Platz im Leben
gefunden hatten, ehe sie aus der Heimat gejagt wurden. Dazu kommt, dass ich
in der ehemaligen DDR aufgewachsen und
erzogen wurde und wahrscheinlich auch ein anderes Geschichtsbild gelehrt
bekam und eine andere politische Grundhaltung habe, als jemand, der in der
alten BRD gelebt hat. So bekomme ich zum Beispiel „Bauchschmerzen", wenn ich einige Meinungsäußerungen von Lesern des „Aussiger Boten" lese. Den Oberbürgermeister Gandalovič zu kritisieren, weil er nach Meinung von G. St. oder T. R. nicht tiefgründig genug die Schuldigen an dem Massaker vom 31. 7. 1945 genannt und verurteilt hat, empfinde ich als unpassend und politisch wenig konstruktiv. Ich persönlich bewundere diesen Mann, dass er den Mut hatte, eine solche politisch demonstrative Handlung wie das Anbringen der Gedenktafel an der Neuen Elbebrücke (ich verwende bewusst nicht den Namen Benesch-Brücke!) zu vollziehen in einer Zeit, da man bis in höchste tschechische Regierungskreise noch immer an Benesch festhält! Für mich ist die Enthüllung der Gedenktafel viel eher ein Signal dafür, dass auch bei den Tschechen ein neues Nachdenken über die Beziehungen unserer beiden historisch so eng miteinander verbundenen Völker einsetzt. Um mich richtig zu verstehen: Benesch ist für mich ein Mensch, den man in heutiger Zeit vor ein internationales Tribunal stellen müsste. Er war ein ausgesprochen revanchistischer Deutschenhasser, der vermutlich auch die damaligen Siegermächte belogen hat, um seine Ziele zu verwirklichen. Dass seine Doktrin noch immer nicht aus der tschechischen Politik verschwunden ist, kann ich aber Herrn Gandalovič nicht anlasten. Wolfgang Rönelt, 06366Köthen / Anhalt |
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Dieser Meinung schließen sich mehrere Landleute an. |
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Sind wir nur Stimmvieh? |
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| "Die Selbstbestimmung, das heißt ein Plebiszit bei wichtigen politischen Entscheidungen, ist in diesem unserem Lande leider nicht möglich, beziehungsweise - im Gegensatz zur Schweiz - in unserem politischen System nicht vorgesehen. | |||||
| Hat uns jemand gefragt, ob wir den Euro wollen? Hat uns jemand gefragt, ob die Europäische Union erweitert und Staaten wie Litauen, Polen usw. aufgenommen werden sollen? Hat uns jemand gefragt, ob es uns recht ist, dass unter anderen Rumänien in zwei Jahren Vollmitglied der EU wird? Es fragt uns sicher auch niemand, ob wir einverstanden sind, dass die Türkei in die EU aufgenommen wird. | |||||
| Da lobe ich mir Frankreich und Osterreich, die diesbezüglich eine Volksabstimmung durchführen. Selbstbestimmung wird für Minderheiten aller Art gefordert, aber in unserer demokratischen Bundesrepublik Deutschland sind wir nur Stimmvieh, Zahlende für alles Mögliche, aber selbst bestimmen dürfen wir nicht. | |||||
| Wir sollen das Maul halten und alles schlucken, was uns von oben serviert wird. | |||||
| Es lebe die Demokratie! | |||||
| Wolfgang Steinhart in "Heimatbrief Plan- Wegeritz und Tepl-Petschau, Feber 2005. | |||||
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Ausgleich fordern! |
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| " Vertreibung überwinden -Ausgleich schaffen" - welch "aussagekräftiges" Leitwort für den diesjährigen Sudetendeutschen Tag in Augsburg. Es dürfte wohl kaum Zweifel am Sinn dieses Slogans geben. Wir sollen überwinden, also die Vertreibung aus unserer Erinnerung streichen, die alte Heimat aufgeben, vergessen, das Thema nicht mehr zur Sprache bringen. | |||||
| Wer soll für wen einen Ausgleich schaffen? Hätten wir nicht eher das Recht, einen Ausgleich zu fordern? | |||||
| Dieses von unserer SL gewählte Motto bestätigt eine gewisse Unterwürfigkeit gegenüber dem Vertreiberstaat und kann nicht als Versöhnungsgeste verstanden werden. | |||||
| Unsere tschechischen Nachbarn dürften sich über unser nunmehr "offen bekundetes Entgegenkommen" freuen. | |||||
| Es ist offensichtlich, dass unsere Interessenvertretung, die Sudetendeutsche Landsmannschaft, auf die Linie der Bundesregierung eingeschwenkt ist, von der wir ohnehin nur noch als störende Randgruppe bezeichnet werden. | |||||
| Dass die Vertriebenen einen großen Anteil am Wiederaufbau des heutigen Deutschland haben und letztendlich auch Deutsche sind, interessiert unsere Oberen nicht. Ihr Interesse gilt nur noch der Osterweiterung bis hinein in den asiatischen Raum. Ein Betroffener wird diese Vertreibung niemals überwinden können und schon gar nicht bereit sein, einen Ausgleich zu schaffen. Wenn die SL in ihren Aktivitäten schon nicht als gerade vorbildlich zu bezeichnen ist, so hätte man doch ein wenig mehr Phantasie in der Wahl eines Leitwortes von ihr erwarten können. | |||||
Eleonore Bolter in "Sudetenpost" |
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Tiefpunkte. |
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| Der 56. Sudetendeutsche Tag am 14. und 15. Mai 2005 in Augsburg steht gemäß SL-Mitteilungsblatt 8/2004 unter dem Leitwort "Vertreibung überwinden - Ausgleich schaffen". | |||||
| Der Sinn dieses Slogans ist nicht so recht nachvollziehbar. Was möchte die SL damit transportieren? "Vertreibung überwinden": Aufgeben? Totschweigen? Selbstverleugnen? Tranquilizer einnehmen? Denkstruktur jeweils nach Gusto der SL ändern? | |||||
| "Ausgleich schaffen": Eventuell durch Einführung einer "Ausgleichs- oder Solidaritätsabgabe" der Vertriebenen für die armen Vertreiber? | |||||
| Weshalb denn nicht präzise "Ausgleich fordern" anstatt "Ausgleich schaffen"? Müssen wir uns denn verstecken? Die Phantasielosigkeit, kontinuierlich immer weniger bis gar nichts zu fordern, stellt mittlerweile einen gefährlichen Aspekt für die Identität und den Fortbestand unserer Volksgruppe dar. | |||||
| Das SL-Leitwort ist nach meinem Dafürhalten Slogan von Unsicheren, die weder an sich selbst noch an die von ihnen zu vertretende gerechte Sache glauben und die sich nach allen Seiten wie Birken im Wind biegen. | |||||
| Es ist eine alte Weisheit, dass derjenige oder diejenigen, die nichts fordern, auch nichts bekommen. | |||||
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Ewald A. Rust, Sudetenpost |
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| Hallo, | |||||
| ich bin ein Tetschner, bin 65 . Ich erinnere mich an meiner Mutters Rezept | |||||
| Pflaumenknödel mit Reibkäs. Die Pflaumenknödel gelingen mir, aber der Reibkäs ???, ich weiß nur dass er aus Quark den man kocht, hergestellt wird. | |||||
| Kann mir jemand helfen?? | |||||
| Es soll ein Kochbuch von R. Koska geben in dem Dieses beschrieben wird. | |||||
| Vielen Dank im Voraus. | |||||
| Wolfgang Büchse | |||||
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Passau |
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Grüß Gott! Wünsche Ihnen und allen Mitarbeitern und Angehörigen gesegnete Ostern mit der Freude des Auferstandenen Herrn und Gottes Segen für die weitere Tätigkeit. Ich bin erst 35 Jahre alt, verfolge aber lebhaft Ihre Publikation "Aussiger Bote" mit vielen interessanten Berichten zur Heimatkunde unserer Vorfahren. Mein Vater stammt aus Lichtowitz/ Praskowitz und unsere Familie ist mehrmals jährlich auf der Suche nach Spuren unserer Vorväter. In früheren Jahren besichtigten wir oft Schlösser und Burgen, die bekannt und der Öffentlichkeit gut zugänglich gemacht wurden. Seit einigen Jahren jedoch erforschen wir mehr und mehr die Spuren alter Herrensitze, die heute oft nur noch als Ruinen oder schuttbedeckte Hügel in verlassenen Wäldern anzutreffen sind. Im Aussiger Kreis sehr bekannt und in der Literatur gut beschrieben sind ja die beiden großen Burgen Schreckenstein und Blankenstein. Seit einigen Jahren gibt es Bücher tschechischer Autoren wie F.Gabriel/ Panacek "Hrady okresu Ceska Lipa" oder "Hrady u Ustecky kraj", die aber kaum oder gar keinen deutschsprachigen Anhang besitzen. Wenn man heute bedenkt, dass auf dem Gebiet der heutigen Tschechei fast 700 Herrensitze bestanden haben, dann gibt es wohl kein zweites Land auf der Welt, wo auf so engem Raum ein so dichtes Netz an Burgen, Befestigungen, Schlössern (Hrady, zamky a tvrze) bestand wie in eurer böhmischen Heimat. Die für Interessenten relevanten Bücher wie F.A.Heber "Böhmens Burgen, Vesten und Bergschlösser" (1843-49) oder A. Sedlacek sind mittlerweile nur noch in Universitätsbibliotheken zu finden und im antiquarischen Buchhandel so teuer wie ein Gebrauchtwagen. Trotzdem denke ich, dass in Ihrem Heimatarchiv oder auch im Privatbesitz vieler Heimatfreunde noch Artikel aus diesen Werken oder aus alten Zeitschriften existieren, die für eine Veröffentlichung geeignet wären. Vielleicht gibt es ja auch Heimatfreunde, die gerne Burgruinen erwandern und darüber einen Reisebericht schreiben, in den historische Daten eingestreut werden könnten. Ich denke, dass das Thema "Böhmens Burgen" auch viele andere Leser sehr interessiert. Daher möchte ich hiermit folgenden AUFRUF AN ALLE LESER des "AUSSIGER BOTE" richten: Wer ist bereit, Artikel über die Geschichte der Burgen des Aussiger Kreises, aber selbstverständlich auch der weiteren Umgebung zu verfassen? |
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| Wenn möglich mit Bild- und Kartenmaterial (Grundrisse etc.) ???? | |||||
| Folgende Herrensitze fallen mir da spontan ein: | |||||
| Rosenberg bei Graupen | (Krupka) | ||||
| Geiersburg | (Kysperk) | ||||
| Straden bei Kulm | (Stradov u. Chlumec) | ||||
| Daubersberg bei Teplitz | (Doubravska hora) | ||||
| Slavik / Slavikov südl. v. Tetschen | (Slavikov u. Nenocady) | ||||
| Sperlingstein bei Babutin | (Vrabinec) | ||||
| Blankenstein | (Blansko) | ||||
| Wessenstein / Wesselstein bei Mosern | (Veselstein, Kozi vrch, Baba, Wessenstejn) | ||||
| Warta bei Waldschnitz | (Varta) | ||||
| Wüstes Schloss bei Gross-Priesen | (Pusty zamek u Velkeho Března) | ||||
| Leschtine | (Leštína) | ||||
| Schreckenstein | (Střekov) | ||||
| sowie die Burgen im Leitmeritzer Land (Paradies, Kostenblatt, Wostrey, Skalken, Woltarschik, Plöschen, Kostial, Wopparn, Hasenburg, Kamaik, Kelchberg, Panna, Lattaisch, Lewin etc.) | |||||
| Einen separaten Aufruf werde ich auch im "Leitmeritzer Heimatboten" verfassen. | |||||
| Für die fleißigen Einsendungen und das Mitmachen bedanke ich mich bereits im Voraus auf das Herzlichste und verbleibe mit heimatlichen Grüßen | |||||
| Ihr | |||||
| Michael Hofmann | |||||
| Wiesenweg 29 | |||||
| 23992 Neukloster | |||||
| Tel. 038422 451808 oder 0175 2730323 | |||||
| eMail: michaelhoff68@aol.com | |||||
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| Meine lieben Aussiger, | |||||
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die so schön unsere alten Aussiger
Geschichten an uns weitergeben. In einigen Heften habe ich über die Zwerge
der Majoliken gelesen und soviel ich weiß, bin ich das letzte Mitglied von
der alten Familie Maresch mit meinen 89 Jahren. Die erste Fabrikation war im
Hause Maternigasse 6, in dem wir bis zur Aussiedlung lebten. Unsere Zimmer
waren alle 30 Quadratmeter groß und vier Meter hoch, man hatte damals als
die Räumlichkeiten zu klein wurden, ein Wohnhaus daraus gemacht. Rechts
unser Nachbar war die Resours, links der Zahnarzt Dr. Fleißner. Direkt gegenüber stand das Theater. Schräg links war die Lesehalle. |
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Wie die Sache mit den Zwergen zustande kam,
weiß ich von meinem Schwiegervater Dr. Albert Maresch. Johann Maresch, sein
Vater, hatte elf Kinder, davon war Ferdinand Maresch der Fabrikbesitzer der
Älteste und mein Schwiegervater der Jüngste. |
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| Adolf Bär hatte eine Majolikenfabrik in Pirna. Ferdinand Maresch heiratete die Tochter Adolf Bärs, der in Pirna schon Gartenzwerge erzeugte. Und so kamen sie nach Aussig. | |||||
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Marie Maresch, Stockdorf |
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Zur Erzählung "Die Feldkapelle" im Aussiger Boten (April-Heft 2003) möchte ich doch einige Zeilen schreiben, die den tatsächlichen Hergang des Unglücksfalles am Brand betreffen. Es war der 18. Juni 1937 als mein Bruder, Karlheinz Zeitler und sei ne Studienfreundin Erika Freymond von einem kurzen, sehr heftigen Gewitter bei einem Spaziergang überrascht wurden und in der "Erben Warte" am Brand Schutz suchten. Die Rekonstruktion des Unglücks ergab, daß die beiden am Eisengeländer lehnten als der Blitz einschlug und sie tödlich traf. Herbeigeeilte Bauern brachten beide in das nahe evangelische Diakonissenheim. Etwa um 20 Uhr wurde ich von der tschechischen Polizei verständigt. Da die Eltern mit dem Auto unterwegs waren, fuhr unser Nachbar , Polizeimann Hermann, mit mir zuerst zur Familie Prof. Freymond, dann gemeinsam in das evangelische Diakonissenheim, um die Identität beider zu bestätigen. Die Familie Freymond hatte noch eine Tochter, mit der ich in die Tanzstunde bei Herrn Reichert ging. Inge Köckert, Nd. Ebersdorfer Straße 4, 82327 Tutzing |
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Im August 2002 -- vor der Flut
-- besuchte ich meine Geburtsstadt Aussig. (Flurenstrasse.) Beim Anblick der Bürgerhäuser in
der Steinstr. kamen mir alte Ängste wieder hoch! Selbst das Wort
"Luftschutzkeller stand noch groß und weiß an den Häusern, welche aussahen, als
sei der Krieg gestern erst vorbei gewesen! Das Gleiche gilt für die Flurenstrasse., in der
mein Großvater (Anton Gampe) ein kl. Lebensmittelgeschäft besaß. Beim Anblick der
Häuser war ich den Tränen nahe. 1941 wurde ich dort geboren und mußte 1945 als
4-Jähriger meine Heimat verlassen. Es ist immer mal wieder interessant, neue "alte
Berichte" in der Homepage zu lesen. |
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Viele Grüße und weiter so Dieter Hoffmann, Sohn von Elsa und
Wilhelm Hoffmann |
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| Vor Pfingsten wurden vom Fernsehen Filme zur Vertreibung unter dem Motto "Spuren in..." ausgestrahlt. Mit Interesse verfolgte ich diese. Es war alles ein bißl zu sanft, zu viel auf endgültigen Verzicht gemacht. | |||||
| Der Krieg ist 47 Jahre vorbei, bald sind auch die noch übrig gebliebenen Sudetendeutschen gestorben und in weiteren 50 Jahren wird es dann so erzählt, als wären wir freudig ausgewandert, so halt wie Deutsche nach Amerika gingen. | |||||
| Am 17. 3. 2002 hat der tschechische Ministerpräsident gemeint: "Die Bene-Dekrete sind mit dem EU-Recht vereinbar und werden nicht zurückgenommen." Daß 1945, 46 240.000 Sudetendeutsche aus irgendwelchen Gründen umkamen, soll also mit EU-Recht vereinbar sein. Auch, daß man 3 1/3 Millionen Menschen den Besitz wegnahm, ihnen die Ernährungs- und Lebensgrundlage entzog. | |||||
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Bei den 3 Sat-Sendungen waren hochrangige Tschechen, Literaten, Kulturforscher u. ä. anwesend. Es ging immer im Kreis um die Bene-Fantasien. Gespannt war ich darauf ob jemand mal die Sprache darauf bringen würde, daß der liebe Eduard schon lange vor 1930 die Idee hatte, leichten Herzens auf zwei Millionen Deutsche verzichten zu können. Da waren wir ja noch gar nicht "Hitlers 5. Kolonne"! |
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| Zur Farce aber wurde ein Gespräch eine Woche vor Pfingsten. Der Gesprächsleiter hatte nur wenig Ahnung vom Thema. Die Runde bestand aus: Einem Historiker, einem jungen Mann der Ackermann-Gemeinde - er kannte uns nur vom Hörensagen, einem Teilnehmer Jahrgang 29, einem Mitglied des Vorstands der Sudetendeutschen Landsmannschaft. | |||||
| So vorbereitet kam dann das Sudetentreffen. Da ließ man Herrn Schily reden. Viele Politiker lassen sich ihre Reden schreiben. Die seine hat wohl ein tschechischer Regierungsbeamter konzipiert. | |||||
| Schilys Jahreszahlen stimmen einfach nicht. Viele Tschechen hat man in die Randgebiete verpflanzt um die Tschechisierung voranzutreiben. Daß diese nach dem Anschluß verschwanden, wunderte mich nicht. Sie wurden nicht wie Schily sagte mit Gewalt abgeschoben. "Unser tschechischer Legionär" verschwand aus der Antonigasse 5 1938 so plötzlich, daß wir nicht mal seinen Auszug bemerkten. | |||||
| Schily meinte auch, es gab nach 45 keine tschechischen KZs. Na was war denn Lerchenfeld, Theresienstadt, Rumburg, Pankraz usw. usw. Ach ja, man nannte es Internierungslager. Nur daß die "Internierten" erschlagen, erschossen wurden bzw. an Hunger und Typhus umkamen- | |||||
| Meine Mutter war ab Anfang Juni 45 bis 2. 8. 46 in Lerchenfeld. Sie überlebte mit Glück diese "Internierung" Einlieferungsgrund: Erst sudetendeutschen Turnverein, dann Parteimitglied und Denunziation. | |||||
H. Hetzel, Lübeck |
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