Waltirsche, |
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mit 52 Häuser und 513 Einwohner, Haltestelle der Bahnstrecke Leitmeritz - Tetschen, Post Großpriesen, Pfarre und Schule Schwaden. Von Aussig
aus verkehrt die Kraftpost nach Großpriesen, man kann aber auch die elektrische
Straßenbahn bis Nestomitz benützen, nach
Schwaden überfahren und erreicht in 15 Minuten Waltirsche. Der Ort liegt auf einem vom
Berge Radischken auslaufenden und sich allmählich verflachenden Hang, der von der Elbe
halbinselartig umflossen wird. Bis auf einige Landwirte sind die meisten Bewohner Arbeiter
oder Angestellte der verschiedenen Betriebe in Großpriesen, Nestomitz und Schreckenstein. |
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Sie zeigt in ihren Äußeren die Merkmale der Spätgotik und beherbergt in
ihrem Inneren eine Menge schöner Grabdenkmäler aus dem Ende des 16. und dem Anfange des
17. Jahrhunderts. Wie man aus einer Inschrift auf der Kanzel entnehmen kann, wurde die
Kirche in den Jahren 1573 und 1574 erbaut. Aus diesen Jahren stammen der Chor mit dem
Altar, das Schiff und der Turm. Die jetzige Sakristei und dei herrschaftliche Empore die
von außen zugänglich ist, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Eine Gedenktafel oberhalb des
Daches der Vorhalle mit dem Salhausen- und Bünauer Wappen nimmt auf die Erbauung der
Kirche im Jahre 1574 Bezug. Das Innere der Kirche ist überraschend reich ausgestattet.
Der steinerne, bemahlte Hochaltar ist eine Kunstleistung der Renaissance, desgleichen die
Kanzel und das Taufbecken. Höchst bemerkenswert aber sind die in der Kirche befindlichen
Grabdenkmäler, und zwar des Friedrich von Salhausen auf Taschow (gestorben 1581) über
der Sakristei, des Joachim von Salhausen (gestorben 1583) links vom Hauptaltar, der Anna
von Salhausen, einer geboren Bünau, Mutter von fünf Kindern (gestorben 1587) auf der
rechten Seite des Altars, Heinrich Abraham von Salhausen auf Groß-Priesen (gestorben
1582), neben dem rechten Seitenaltar; Hans Heinrich von Salhausen, (gestorben 1588) neben
der Kanzel; das größte Grabmal ist aber das der Familie Abraham Bock an der Nordwand im
Kirchenschiff, das von dem Pirnaer Bildhauer David Schwenke im Jahre 1615 hergestellt
wurde. Die Decke des Kirchenschiffes wird von einer vierkantigen Säule getragen. Dadurch
zerfällt der Raum wölbetechnisch in vier Teile, deren jeder von einem Kreuzgewölbe
(Sterngewölbe) überspannt ist. Von den beiden Turnierlanzen, die einst zum Gedächtnisse
eines sagenhaften Zweikampfes zweier feindlicher Brüder von Salhausen an der Kirchenwand
hingen, ist vor etwa 80 Jahren leider eine weggekommen. Die große Glocke aus dem Jahr
1533, gegossen vom Meister Thomas in Leitmeritz wurde im Jahre 1942 abgenommen.
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Schrifttum: Anton Tscherney, Schwaden 1894 und 1900; Beiträge 1932. S.95
ff.; Dr. Luis Stumpfe, Nordböhmische Gotik unter den Bünauern, 1935 (Dissertation).
Druck Triltsch und Hutter, Berlin. |
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