Kirchen in Aussig an der Elbe -

Ústí nad Labem

Inhalt

Die Beschreibungen der Kirchen sind Ausschnitte aus dem Buch "Geschichte der deutschen Stadt Aussig" von Prof. F. J. Umlauft.

Die Stadtkirche (Dekanalkirche) ------------------------>

wurde erbaut zu Anfang des vierzehnten Jahrhunderts (viele spätere Um- und Anbauten. (Auszug aus dem Sonntagsblatt vom 27. 4.1902, Beilage zur Elbezeitung, Aussig)
Eine ganz besondere Zierde der Kirche waren die Fenster, für deren Glasmalereien Architekt Weber die Entwürfe geliefert hatte. Die neun Fenster des Presbyteriums wurden von der königlichen Hof-Kunstanstalt Mayer in München ausgeführt. In den Hauptbildern stellten sie vor: 1. Fenster links: Geburt Mariens (Stifter P. Franz Weis, Dechant). 2. Fenster: Mariens Aufopferung im Tempel (Eleonore ]ackl). 3. Fenster:
Mariä Verkündigung (Franz und Anna Illing). 4. Fenster: Mariä Heimsuchung (Theresia Becker). 5. Fenster: Blumenmuster (Karl Krauspenhaar). 6. Fenster: Geburt ]esu (Familie Ludwig Herzum). 7. Fenster: Flucht nach Agypten (Franz Anton Wagner). 8. Fenster: Die heilige Familie (Geschwister Hönig).  9. Fenster: Mariä Himmelfahrt (Johann Maresch).
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D i e K los t e r k i r c h e (Ada1bertskirche) ------->

mit dem Bau begonnen 1716, beendet 1731. (Auszug aus dem Sonntagsblatt vom 27. 4.1902, Beilage zur Elbezeitung, Aussig)

Bauliche Veränderungen scheinen im Zeitraum 1870 bis 1900 an dieser Kirche nicht vorgenommen worden zu sein, da im Aussiger Schrifttum nichts darüber zu finden ist. Die Dominikaner beschränkten sich auf ihr kirchliches Wirken und traten im öffentlichen Leben nicht hervor. Die Gottesdienste erfreuten sich aber auch in dieser Kirche eines guten Besuches, zumal die Dominikaner meist tüchtige Prediger waren. Während die Stadtkirche in den Jahren 1899 bis 1901 erneuert wurde, fanden der Pfarrgottesdienst und die Firmung in der Klosterkirche statt.

Um das Jahr 1870 wirkte hier der Dominikanerprior Stampfer., der sehr musikliebend war und sich bald mit dem Musiklehrer Ignaz Schlosser befreundete, der sich in Aussig niedergelassen hatte. Dieser stammte aus Katharinaberg, wo er am 22. Feber 1834 geboren war. Mit dem Prior Stampfer rief Schlosser den Cäcilienverein zur Pflege der Kirchenmusik ins Leben und dirigierte ihn auch. Die Proben wurden in der Schule Salzgasse abgehalten. Die Orgel spielte Frau Pauline Schwarz, geborene Rischawy, die Gattin des Arztes Dr. Schwarz (geb. am 26. 6. 1828 in Bubna bei Prag), die 1849 nach Aussig kam. Sie galt als eine gefeierte Künstlerin, Beherrscherin des Klaviers, des Gesanges und der Orgel, so daß sie im musikalischen Leben der Stadt zu ihrer Zeit tonangebend war. Unter Mitwirkung der Frau Schwarz veranstaltete Ignaz Schlosser. Kirchenkonzerte in Aussig, die in Leitmeritz, Dux und anderen Orten wiederholt wurden und dem Cäcilienvereine viel Anerkennung brachten. Schlosser spielte nicht bloß in 'der Klosterkirche Orgel, auch im Judentempel war er lange Jahre als Organist tätig. Er starb unvermählt am  8. April 1897 im 63. Lebensjahre.

Seit dem Jahre 1885 besorgte Frau Pauline Schwarz das Orgelspiel in der Klosterkirche durch 15 Jahre in der 11-Uhr-Messe. Gestorben ist sie am 13. September 1905 in Aussig. Nach ihrem Tode spielte die Orgel in der Klosterkirche der Lehrer Eduard Karafiat (geb. 6. Jänner 1852 in Leitmeritz, gest. 10. Juli 1920). Er war auch Chormeister des Aussiger Gesangvereins. Sein Tatendrang bewegte sich auf dem Gebiete des geistlichen Liedes und der  Kirchenkonzerte. (Wenzel Rost, "Etwas von der   Kirchenmusik in Aussig", 18. Gemeindebrief der kath. Gemeinde Aussig und Schreckenstein,1951.)


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Die Protestanten. ----------->

Im Jahre 1880 machte sich die evangelische Gemeinde in Aussig selbständig und stellte am 2. Feber dieses Jahres einen eigenen Pastor in der Person des Friedrich Albert de Harde ein, der aber nach kurzem Wirken Aussig wieder verließ. An seine Stelle trat 1883 Dr. Albert Gummi, dem Aussig eine zweite Heimat wurde.

Dr. Albert Gummi wurde am 29. Jänner 1859 in München geboren. Er besuchte das Gymnasium in München und Ansbach, hernach die Hochschulen in München, Erlangen und Leipzig. Nach einigen Wanderjahren kam er nach Aussig, wo es ihm beschieden war, 45 Jahre segensreich zu wirken.
Obwohl er stets mit Entschiedenheit für die Angelegenheiten seines Amtes eintrat, hielt er sich von jeder Unduldsamkeit fern. Trotzdem er ein Vorkämpfer des Protestantismus war und dadurch die Anerkennung seiner Glaubensgenossen fand, erwarb er sich auch die Wertschätzung der Mitbürger anderer Bekenntnisse. 1888 gründete er den "Gustav-Adolf- Frauenverein " und organisierte so die evangelischen Wohlfahrtsbestrebungen, doch widmete er sich auch den öffentlichen Angelegenheiten der Stadt, deren Vertretung er durch 15 Jahre angehörte. Im Jahre 1900 wurde er Superintendent.

1899 wurde der evangelische Kirchenbauverein gegründet, dessen Bemühungen dahin gingen, eine neue evangelische Kirche in Aussig zu bauen. Um diese Zeit machte sich auch im Aussiger Bezirke die "Los-von-Rom-Bewegung" bemerkbar, die von dem deutschradikalen Abgeordneten Georg Schönerer aus politischen Gründen hervorgerufen worden war und dem Protestantismus viele Anhänger aus der bodenständigen Bevölkerung zuführte. Das Gebiet um Aussig bildete geradezu einen Mittelpunkt der ganzen Bewegung, deren Leiter Dr. Anton Eisenkolb in Karbitz war. Ursache der Bewegung war die Stellungnahme der Klerikalen für Badeni, dessen Sprachenverordnungen von den Deutschen heftig bekämpft wurden. Eine evangelische Predigtstation erhielt 1899 auch Obersedlitz, wo bereits 1901 eine neue evangelische Kirche eingeweiht werden konnte.

Stadtkirche von Aussig an der Elbe, Foto K.H. Kralowetz, 2000
Stadtkirche von Aussig

 

 

 

Klosterkirch in Aussig an der Elbe, 2000
Klosterkirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

evkirch.jpg (94243 Byte), Foto K.H. Kralowetz, München, 2000
Evangelische Kirche der protestantischen Christen
Arch. Julius Zeissig 1902-1906

Foto von Karl Heinz Kralowetz, Mai 2000

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