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Der tschechische Filmemacher David
Vondráček erhält Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2010 |
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Nach einer einstimmig getroffenen Entscheidung der Jury des
Franz-Werfel-Menschenrechtspreises wird der tschechische Filmemacher
David Vondráček mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2010 der
Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN ausgezeichnet. Das ZENTRUM GEGEN
VERTREIBUNGEN würdigt damit sein mutiges Eintreten für Wahrheit und
Anteilnahme. In seinem Dokumentarfilm mit dem Titel „Töten auf
Tschechisch“ behandelt der Regisseur
David Vondráček die Ermordung deutscher Zivilisten in der
Tschechoslowakei kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Darin zeigt
er auch Amateuraufnahmen eines Massakers an deutschen Zivilisten
mutmaßlich durch tschechische Milizionäre und Soldaten der Roten Armee.
Der Film ist eine mutige Tat, sowohl seitens des Regisseurs als auch des
tschechischen Fernsehen, das diesen Film im Mai zu besten Sendezeit
gezeigt hat. Für diese Zeichen der Anteilnahme gebührt allen Beteiligten
Dank. Die Aufnahmen sind erschütternd und die Tatsache, dass sie von
Tschechen in Tschechien gezeigt werden belegt, dass in Tschechien ein
Aufarbeitungsprozess in Gang gekommen ist, der auch die bitteren Seiten
der eigenen Geschichte nicht ausspart. Die Preisverleihung
erfolgt am 28. November 2010 um 11.00 Uhr in der Frankfurter
Paulskirche. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des
Staatsministers und Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien Bernd Neumann. Die Laudatio hält der tschechische Publizist Petr
Uhl. Petr Uhl gehörte als Dissident zu den ersten Unterzeichnern der
Charta 77. David Vondráček
steht damit in der Tradition der bisherigen Preisträger 2009
Herta Müller,
Schriftstellerin 2007
György Konrad, Schriftsteller 2005
Bischof Dr. Franjo Komarica, Bischof der Diözese Banja Luka
2003
Dr. Mihran Dabag, Leiter des Instituts für Diaspora- und
Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum
Die Initiatoren des „Kreuzes der
Versöhnung“ in Wekelsdorf / Teplice nad Metuji
Vera Vitova, ehemals
Bürgermeisterin von Wekelsdorf / Teplice nad Metuji
Petr Kulisek, Vorsitzender
von INEX und
Jan Pinos, Vorsitzender von
TUZ se, Broumovsko
Mitglieder der
Jury: Dr. Otto von
Habsburg-Lothringen, Dr. Klaus Hänsch, Milan Horáček, Hilmar Kopper, Prof. Dr. Rüdiger
Safranski, Erika Steinbach MdB.
Der
Franz-Werfel-Menschenrechtspreis
Der
Franz-Werfel-Menschenrechtspreis wird an Einzelpersonen, Initiativen
oder Gruppen verliehen, die sich gegen die Verletzung von
Menschenrechten durch Völkermord, Vertreibung und die bewusste
Zerstörung nationaler, ethnischer, rassischer oder religiöser Gruppen
gewandt haben. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Er ist mit
10.000 € dotiert. |